SCHULDFREI

Von Andie

25. Juni 2024

Ich höre das Wasser rufen.

Es zieht mich hin.

Sommersonnenwende.

Das Licht zeigt, der Tag ist alt.

Der Wald, das Wasser, die Wesen und ich.

Die Sonne steht tief.

Scheint ihre gold- silberne Kraft.

Der Regen der letzten Wochen zeigt ein kräftiges Resultat.

Der Sound des Fließen erfasst mich in den Moment.

Wild, fordernd, einladend.

Entschieden steige ich ein.

Lasse los.

Gebe mich hin.

Werde zum Stein im Strom.

Lass meine Ecken und Kanten weich spülen.

Die Härte von Jahrhunderten.

Wasser aus mir.

Wasser um mich.

Die Ewigkeit des Moments vereinigt uns.

Gefangene Gedanken – befreit.

Erlöst in mein offenes Herz.

Wasser übernimmt Verbrauchtes.

Schwemmt Schuld in die Unendlichkeit.

Grundreinigung.

Dankbarer, alter Stein.

In mir wohnt Weisheit.

In mir ruht  ewiges, altes Wissen.

Im Kern die Wahrheit.

۵

SYMPTOM VON SCHULD

Die meiste Zeit meines bisherigen Lebens habe ich anderen, vor allem meinen Eltern, dieser Kultur und diesem System die Schuld daran gegeben, warum das Leben herausfordernd und in jungen Jahren, kaum packbar, schwierig für mich war.

Heute kann ich Leiden als logische Konsequenz sehen, die das kollektive Denken, der Glaube, dieser jahrtausenden alten Kultur mit sich bringt. Meine Wahrheit ist ein schuldfreier Raum.

Leid entsteht durch Trennung. Bin ich im Paradigma der Schuld, gebe ich meine Verantwortung ab. ‘Meine Eltern sind schuld, dass…das System ist schuld, dass…diese Kultur ist schuld, dass…’. Ich trenne mich von mir selbst – ich bin von meinem Selbst getrennt, wenn ich dem Außen die Macht über die Qualität meines Seins gebe.

TOXISCHE ABHÄNGIGKEIT

Durch die mir abtrainierte Anbindung an mein Selbst, an meine eigene Fähigkeit zur SELBSTverantwortung, der Fähigkeit, antwort-fähig zu handeln, entsteht eine toxische Abhängigkeit mit der Außenwelt. 

In unserer Kultur lerne ich, dass andere verantwortlich dafür sind, wie es mir selbst geht. Dass etwas im Außen die Ursache dafür ist, was ich im Inneren erlebe.
Bleibe ich an dieser Stelle, bin ich entmächtigt und meine Handlungsfähigkeit ist eingeschränkt.

Ich leide, weil ich getrennt bin.

EINFLUSS

Das soll nicht bedeuten, dass ich unbeeinflusst von der Außenwelt bin. Mit allem was ich tue und mit allem, was ich nicht tue, löse ich etwas aus. Ich wirke und die Außenwelt wirkt auf mich ein. Letztendlich allerdings ist meine Lebensqualität davon abhängig, wie ich halten kann, was passiert. Welche Fähigkeiten und Kapazitäten ich habe, dem Leben mit grundlegender Offenheit und Neugier zu begegnen.

VERGEBLICHKEIT DES LEBENS

Bin ich selbst in der Lage, die Teile in mir, die Leid tragen, die Angst haben, die wütend sind etc. zu erkennen, sie im Körper zu spüren (anstatt sie nur zu denken – besonders die WUT – besonders die SCHAM, besonders die SCHULD, besonders die ANGST) sie anzunehmen und liebevoll willkommen zu heißen, stellt sich SELBSTverbindung ein. Ich komme in meine Kraft, werde anwort-fähig. Ich nähre meine Kapazität, bewusst zu sein und zu handeln.

So lösen sich Verstrickungen. 

Ich kann, nach mittlerweile rund 12 Jahren intensiver SELBSTerfahrung sagen, dass ich mich immer wieder in die Vergeblichkeit des Lebens hinein entspannen kann. 

Ich wünsche uns allen Kindheiten voller gelebter, bedingungsloser Liebe. Wo wir in jedem Moment gesehen und wahrgenommen werden, vollkommen und liebevoll angenommen in unserem authentischen Selbstausdruck, egal welche Farbe er hat.

Doch wie auch meine Eltern stets ihr Bestes tun und getan haben und mich teilweise nicht sehen oder gesehen haben, so bin auch ich Mensch der jetzigen Zeit und begegne meinen Kindern immer wieder unverbunden. Wir sind alle am Weg. Es ist vergebens, die Dinge anders haben zu wollen als sie sind, weil sie nunmal sind.

VERGEBUNG, DANKBARKEIT & WERTSCHÄTZUNG

Aus dem Paradigma der Schuld auszusteigen und in das Paradigma der Verbundenheit hineinzuwachsen, ist befreiend.

Ich bin in der Lage, von Herzen zu vergeben. 

Nicht meinen Eltern vergebe ich – denn erst vergeb ich mir selbst, dass ich es nicht besser wusste…konnte…dass ich es manchmal nicht besser weiß…kann, ich vergebe mir und befreie mich selbst vom Glauben an Schuld, indem ich die Teile in mir nach Hause hole, die dieses Denken so stark verankert haben. 

Danach vergebe ich Generationen über Generationen vor mir.

Ich spüre Dankbarkeit für all die Menschen vor mir. 

Für jede Begegnung und Erfahrung, die mich hier sein lässt, wie ich jetzt bin.

Ich spüre Wertschätzung für die Generationen vor mir. Für die Zeit, durch die sie gingen, die Jahre vor, während und nach den Kriegen.

Ich vergebe mir außerdem, dass ich all das immer wieder vergesse. Dass ich mir immer wieder erinnern darf alles zu erlauben, alles zu fühlen, alles in meinem Körper auftauchen zu lassen – besonders die WUT, die SCHAM, die SCHULD…die große ANGST…

Dann will ich milde mit mir sein und mich neu ausrichten, auf meinem Weg in die Freiheit.

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